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Lothar Matthäus als neuer Bundestrainer? Unsere Prognose

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Lothar Matthäus ist zweifellos einer der größten Fußballer, den Deutschland je hervorgebracht hat. Mit 150 Länderspielen ist er bis heute Rekordnationalspieler, am 21. März 2021 feierte er seinen 60. Geburtstag. Nach seiner aktiven Karriere verspielte er sich aber einige Sympathien. Der Ruf von Matthäus litt wegen privater Eskapaden und unklugen Aussagen. Sein Ziel als erfolgreicher Trainer zu arbeiten scheiterte.

Doch dieser Wunsch von Matthäus könnte nun doch noch in Erfüllung gehen. Seit das Aus von Joachim Löw nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 feststeht, wird nämlich ein Nachfolger auf dem Posten des Bundestrainers gesucht. Matthäus ist dabei einer der Namen, der in Medien und bei Fans regelmäßig fällt.

Doch ist Matthäus als Bundestrainer tatsächlich vorstellbar? Wir haben Pro und Contra abgewogen und eine ganze eigene Prognose gewagt.

Wird Lothar Matthäus neuer Bundestrainer? Das spricht dafür

Ganz klar, Matthäus hat sich in den letzten Jahren einiges von seinem ursprünglichen Ruf zurückerobert, den er zwischendurch verloren hatte. Privat ist es deutlich ruhiger um ihn geworden und die letzte Eskapade liegt schon eine ganze Weile zurück. Auch das führt dazu, dass die Fürsprecher des früheren Weltfußballers immer mehr geworden sind.

Zuletzt haben auch absolute DFB-Legenden wie Franz Beckenbauer und Mehmet Scholl ausgesagt, dass sie Matthäus den Job durchaus zutrauen würden. Zu diesen Fürsprechern zählen beispielsweise auch Ottmar Hitzfeld und die Kommentatoren-Legende Marcel Reif.

Auch “Lodda” selbst wurde bereits zu einem möglichen Engagement beim DFB-Team befragt – und zeigte sich alles andere als abgeneigt: “Wenn irgendwann die Frage auf mich zukommt vonseiten der Verantwortlichen, musst du dir natürlich trotzdem Gedanken machen.”

Für Matthäus spricht auch, dass er bereits Erfahrung als Nationaltrainer hat. Von 2003 bis 2005 trainierte er die Auswahl aus Ungarn, von 2010 bis 2011 folgte dann ein Engagement als Nationalcoach von Bulgarien. Zwar waren diese Stationen nicht von großem Erfolg gekrönt, Matthäus weiß aber, auf was es als Nationaltrainer ankommt – immerhin hat er es aus Spieler- und Trainer-Sicht erlebt.

Lothar Matthäus als neuer Bundestrainer? Unsere Prognose

Als Trainer hat Matthäus außerdem auch Erfolge gefeiert. Mit Partizan Belgrad wurde er im Jahr 2003 Meister, gleiches gelang ihm als Co-Trainer von Red Bull Salzburg im Jahr 2007. Er hat also mehr Erfahrung als Coach vorzuweisen, wie es so mancher früherer Nationaltrainer hatte.

Einer der wichtigsten Faktoren, die für Matthäus sprechen, ist die Fußball-Expertise. Diese hat der ehemalige Mittelfeldspieler nämlich unbestritten. Das zeigt er derzeit Woche für Woche auch als Experte von Sky.

Aus Sicht des DFB gibt es ebenfalls einen Punkt, der für Matthäus sprechen dürfte: “Loddo” ist derzeit nämlich nicht vertraglich an einen Klub oder einen Verband gebunden. Das macht Verhandlungen deutlich einfacher. Außerdem hat der DFB bereits erklärt, dass er keine Verhandlungen mit Trainern führen will, die noch einen laufenden Vertrag haben. Genau das spricht gegen so manchen Favoriten – und für Matthäus.

Deshalb ist Matthäus als nächster Bundestrainer eher unwahrscheinlich

Bei allen positiven Fakten gibt es auch einige, die gegen Matthäus als nächsten Bundestrainer sprechen. Viele Kritiker erinnern daran, dass Matthäus kaum Erfolge als Trainer vorweisen kann, was gerade bei den beiden Nationalteams, die er trainiert hat, auch richtig ist. Bei Ungarn betrug sein Punkteschnitt 1.29, bei Bulgarien sah dieser mit 1.20 sogar noch düsterer aus. Auch Stationen in Brasilien (Athletico Paranaense) und Israel (Maccabi Netanja) erwiesen sich später große Missverständnisse.

Aus diesen Gründen nahm Matthäus irgendwann Abstand vom Job des Trainers. Das ist ein weiteres Problem, denn seine letzte Station als Trainer liegt bereits über zehn Jahre zurück. Das ist eine lange Zeit im Fußball-Geschäft, das durch rasante Veränderungen geprägt ist.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Methoden von Matthäus noch modern und up-to-date sind. Vor allem deswegen, da diese Kritik schon zu Zeiten im Raum stand, in denen der 60-Jährige noch als Trainer arbeitete. Im heutigen Fußball ist das ein besonders großes Problem, denn moderne Trainer zeichnen sich durch immer mehr Fachkompetenz aus. Die klassische Führungsstärke und ein Leitwolf-Charakter sind noch wichtig – allerdings längst nicht mehr so wie in den großen Zeiten von Matthäus. Wenn Fußball-Feingeister merken, dass es dem eigenen Coach an Fachkompetenz fehlt, dann könnte die Bindung schwierig werden. Matthäus wäre dann nicht der erste Trainer, der schon nach kurzer Zeit an der Zustimmung seiner eigenen Mannschaft scheitert.

Lothar Matthäus als neuer Bundestrainer? Unsere Prognose

Unsere Prognose: Lothar Matthäus als Nachfolger von Löw?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass Matthäus nach wie vor zu den Außenseitern gehört, wenn es um den Nachfolger von Löw geht. Seine Chancen haben sich seit dem 9. März – an dem Löw sein baldiges Ausscheiden bekannt gab – deutlich erhöht. Das liegt daran, dass er im Gespräch ist und sogar Größen des deutschen Fußballs seinen Werdegang in den letzten Jahren loben. Durch die steigende Zustimmung in der Öffentlichkeit wurde Matthäus auch erst zu einer ernsthaften Option.

Die Diskussion um die deutsche Fußball-Legende geht definitiv auch nicht am DFB vorbei – immerhin es enorm wichtig für einen Verband einen beliebten Bundestrainer zu haben. Als Galionsfigur des deutschen Fußballs eignet sich Matthäus wohl so gut wie keine andere ernsthafte Option. Gerade im Ausland genießt der deutsche Rekordnationalspieler hohes Ansehen – wohl noch höheres als in der Bundesrepublik. Daher könnte Matthäus einen guten Zwischenschritt bedeuten, bis beispielsweise ein Jürgen Klopp frei ist.

Ein Problem: Mit Matthäus würde sich Oliver Bierhoff keinen leisen Trainer holen, der sich im System des DFB einfügt. Genau das scheint der DFB-Direktor allerdings zu wollen. Mit Matthäus muss er Gegenwind fürchten – und einen Bundestrainer, der die geltenden Strukturen infrage stellt. Bierhoff wird nachgesagt, dass er für ein solches Szenario wenig Lust hat.

Es liegt nahe, dass der DFB erst einige andere Optionen prüfen und sondieren wird, bevor die Verantwortlichen auf Lothar Matthäus zukommen werden. Es erscheint aber als möglich, dass dieser Fall eintritt.

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